Wasserqualität: Worauf vor dem Sprung in den See achten?
Hinein ins kühle Nass! An heißen Tagen verspricht das Baden im See Abkühlung. Doch Kleinstlebewesen im Wasser können das Vergnügen trüben. Wie erkenne ich, ob ein Gewässer zum Schwimmen geeignet ist?
Gesundheitsrisiken beim Baden erkennen
Bakterien oder Krankheitserreger im Wasser können unerwünschte Reaktionen wie Hautquaddeln, Durchfall oder Infektionen auslösen. Diese Gefahren sind oft nicht sichtbar, erklärt Sascha Maier, Gewässerexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dennoch gibt es einige Hinweise, auf die Badefreudige achten können.
Blaualgen im Wasser identifizieren
Ein Anzeichen für die häufigste Gesundheitsgefahr in Seen sind Blaualgen, die eigentlich Cyanobakterien sind. Sie färben das Wasser grünlich oder blaugrün und bilden Schlieren oder Algenteppiche an der Oberfläche. Wenn man knietief im Wasser steht und die Füße nicht mehr sehen kann, sollte man das Baden vermeiden, rät Sascha Maier.
Gefahr durch Vibrionen und Zerkarien
Vibrionen und Zerkarien sind Kleinstlebewesen, die ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen können. Zerkarien sind winzige Larven, die Hautreaktionen hervorrufen, wenn sie versuchen, in die menschliche Haut einzudringen. Sie benötigen Wassertemperaturen um die 20 Grad. Vibrionen können Wundinfektionen verschlimmern und treten vor allem in salzhaltigen Gewässern wie der Ostsee auf.
Wasserqualität und Verschmutzungen
Ein See kann durch Schmutz oder Schadstoffe verunreinigt sein, besonders nach starkem Regen oder durch nahegelegene Kläranlagen. Wenn das Wasser nicht klar ist, sollte man vorsichtig sein. Im Sommer sind die Wasserstände niedriger, was die Konzentration von Schadstoffen erhöhen kann.
Informationen zur Wasserqualität online abrufen
Um sich über die Wasserqualität eines Gewässers zu informieren, können Webseiten des Umweltbundesamtes, der Bundesanstalt für Gewässerkunde und der Europäischen Umweltagentur besucht werden. Nicht als Badegewässer ausgewiesene Seen werden oft nicht in Berichten aufgeführt, was jedoch nicht bedeutet, dass dort nicht gebadet werden kann. In solchen Fällen ist es ratsam, auf sichtbare Anzeichen zu achten und sich über die lokale Presse zu informieren.