Wie reagiert unser Körper auf Hitze?
Der menschliche Körper hat normalerweise eine Kerntemperatur von 37 Grad. Äußere Einflüsse wie Hitze und Kälte können diese Temperatur beeinflussen. Um nicht zu überhitzen, nutzt der Körper verschiedene Abkühlungsmechanismen. Bei weniger hohen Temperaturen spielt der Wärmeverlust durch Strahlung und Konvektion eine große Rolle, erklärt Ralf Brandes, Professor für Physiologie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Dabei wird Körperwärme über elektromagnetische Wellen an die Umwelt abgegeben, und erwärmte Umgebungsluft wird vom Körper wegbewegt.
Je wärmer die Umgebungsluft, desto weniger effektiv sind diese Mechanismen. Dann beginnt der Körper zu schwitzen. Bis zu zwei Liter Schweiß kann der menschliche Körper pro Stunde verlieren, so Nadine Lenz vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Schwitzen erzeugt Verdunstungskälte und reguliert die Körpertemperatur. Um die Temperatur konstant zu halten, wird warmes Blut aus dem Körperzentrum in die Extremitäten transportiert, was zu einer stärkeren Durchblutung von Händen, Füßen und Gesicht führt. Dies kann zu geschwollenen Füßen oder Fingern führen.
Schwitzen kann man trainieren. Regelmäßiger Sport kann das Schwitzen und damit die Wärmeregulation des Körpers verbessern. An schwülen Tagen ist das Schwitzen jedoch weniger effektiv, da die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielt. Wenn die Luft bereits stark mit Wasser gesättigt ist, bleibt die Feuchtigkeit in der Kleidung hängen, und oft hilft nur der Rückzug in kühle Räume.
Woran erkenne ich, dass die Hitze meinem Körper gefährlich wird?
Typische Symptome für eine zu hohe Hitzebelastung sind Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit, erklärt Nadine Lenz. Auch starke Blässe oder Gesichtsröte, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Unruhe oder Muskelschmerzen sind Warnsignale. Viele dieser Beschwerden hängen mit dem Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen zusammen. Bei unzureichendem Trinken wird das Blut immer konzentrierter, was im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen kann, warnt Ralf Brandes.
Ein Durstgefühl ist oft eine der ersten Reaktionen des Körpers auf große Hitze. Manche Menschen, wie kleine Kinder oder Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, spüren jedoch kein Durstgefühl. Anzeichen für Dehydrierung sind ein trockener Mund, ein schneller Herzschlag und eine trockene, warme Haut. Lebensbedrohlich wird es, wenn die Körpertemperatur über 42 Grad steigt. Eine Hitzebelastung muss nicht zwingend mit direkter Sonneneinstrahlung einhergehen.
Wer ist bei Hitze besonders gefährdet?
- **Menschen mit Erkrankungen:** Herzkranke Menschen sind besonders gefährdet, da die Hitze den Blutkreislauf belastet. Bestimmte Medikamente können das Schwitzen beeinflussen, und demente Patienten haben Schwierigkeiten, ihr Hitzegefühl auszudrücken.
- **Kinder:** Kleinkinder schwitzen weniger und haben eine höhere Stoffwechselrate als Erwachsene. Ihre Hautoberfläche ist im Verhältnis zum Körpergewicht groß, was die Anpassung an Hitze erschwert. Zudem können sie nicht immer mitteilen, wenn ihnen zu warm ist.
- **Alte Menschen:** Menschen ab 65 Jahren haben Schwierigkeiten, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Sie schwitzen später und weniger, da die Zahl der Schweißdrüsen und die Durchblutung der Haut abnehmen. Auch das Durstgefühl ist im Alter weniger stark ausgeprägt.
Wie kann man sich vor Hitze schützen?
Der Körper benötigt Flüssigkeit, um der Hitze entgegenzuwirken. Mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Salze. Mineralwasser enthält meist weniger als 1 Gramm Salze pro Liter, daher sollte man bei Salzhunger diesem nachgeben und auch isotonische Getränke in Betracht ziehen, die Salz und Zucker liefern.
Alkohol ist als Durstlöscher ungeeignet, da er dem Körper Wasser und Mineralstoffe entzieht. An heißen Tagen ist es besser, lauwarm zu duschen, um den Kreislauf zu schonen. Wassersprays, feuchte Umschläge oder ein kühles Fußbad können ebenfalls helfen. Körperliche Aktivitäten sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, und die Wohnung sollte kühl gehalten werden.
Es ist ratsam, mit einem Arzt die eingenommenen Medikamente auf Hitzeverträglichkeit zu prüfen und für Sonnenschutz zu sorgen. Helle und luftige