Trinkroutine, Salzgebäck, Wasserspray: Hitzetipps für Ältere

Gerade an heißen Tagen können sich ältere Menschen nicht unbedingt auf ihr Durstgefühl verlassen. Was ihnen dabei hilft, genug zu trinken - und worauf es bei Hitze noch ankommt.

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Ältere Menschen und Hitzeempfindlichkeit

Heiße Sommertage mit Temperaturen über 30 Grad stellen eine Herausforderung für den Körper dar, wobei ältere und pflegebedürftige Menschen besonders gefährdet sind. Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechselprozesse, die die Fähigkeit des Körpers, Hitze zu bewältigen, beeinträchtigen. Laut Prof. Bernd Böttiger, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), treten folgende Veränderungen auf: - Das Durstgefühl nimmt ab, was oft zu unzureichender Flüssigkeitsaufnahme führt. - Medikamente, die bei Herz- oder Nierenerkrankungen eingenommen werden, wirken entwässernd. - Die Temperaturregulierung des Körpers verlangsamt sich, wodurch die Fähigkeit, durch Schwitzen abzukühlen, abnimmt. Bei hohen Temperaturen besteht daher ein erhöhtes Risiko für Überhitzung oder Austrocknung. Es ist wichtig, nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf andere, insbesondere alleinlebende Menschen, zu achten.

1. Viel trinken - und die Urinfarbe checken

Wenn der Körper nicht zuverlässig ans Trinken erinnert, können Wecker oder Apps helfen. Eine Trinkroutine, wie jede Viertelstunde ein paar Schlucke oder alle zwei Stunden ein Glas, ist sinnvoll. An heißen Tagen sollten Ältere zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die empfohlene Trinkmenge mit ihrem Arzt besprechen. Wasser kann durch Saftschorlen oder ungesüßte Früchte- oder Kräutertees ersetzt werden. Getränke sollten kühl, aber nicht eiskalt sein, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Die Urinfarbe ist ein guter Indikator für die Flüssigkeitsversorgung: Hellgelber Urin ist ein positives Zeichen, während dunkler Urin auf Flüssigkeitsmangel hinweist.

2. Leicht essen - und salzig snacken

Eine leichte, gut verdauliche Ernährung mit wasserreichem Obst und Gemüse wie Melonen, Gurken, Erdbeeren oder Pfirsichen unterstützt den Flüssigkeitshaushalt. Salzgebäck als Snack regt das Durstgefühl an und hilft, den Salzhaushalt auszugleichen, da beim Schwitzen Mineralstoffe verloren gehen.

3. Den Körper herunterkühlen

Kleine Maßnahmen können Erfrischung bringen, wie das Auflegen feuchter Tücher auf Arme oder Beine, Fuß- oder Handbäder mit kühlem Wasser, das Besprühen der Haut mit Wasser oder die Nutzung eines Ventilators. Das Zuhause sollte möglichst kühl gehalten werden, indem man lüftet, wenn es draußen kühler ist, etwa am frühen Morgen.

4. Bei Kleidung und Bettwäsche gilt: lieber luftig

Helle Kleidung reflektiert Sonnenlicht und heizt sich weniger auf. Weite Schnitte und leichte Materialien fördern die Luftzirkulation und verhindern Wärmestau. Pflegebedürftige sollten Netzhosen mit Einlage statt folienbeschichteter Inkontinenzhosen tragen. Für bettlägerige Personen sind luftdurchlässige Materialien wie Baumwolle oder Leinen für die Bettwäsche geeignet.

5. Warnzeichen kennen und richtig handeln

Anzeichen für Überhitzung und Flüssigkeitsmangel sind plötzliche Beschwerden wie Schwindel, Schwäche, schneller Puls, Kopfschmerzen, Unruhe und Verwirrtheit. In solchen Fällen sollte die betroffene Person an einen kühlen Ort gebracht und mit Getränken versorgt werden. Bei Bewusstlosigkeit oder Unsicherheit ist der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 zu alarmieren.