Mineralöl im Speiseöl: Nur 10 von 50 sind sauber

Weil sie in ihren Tests von Oliven-, Raps- und Sonnenblumenölen immer wieder Belastungen mit Mineralöl bemängeln, wollte «Öko-Test» wissen, ob diese auch in seltener verkauften Ölen stecken.

Bild
Image for Mineralöl im Speiseöl: Nur 10 von 50 sind sauber

Die Frage, ob nur häufig genutzte Oliven-, Raps- und Sonnenblumenöle von Mineralölverunreinigungen betroffen sind oder auch seltener verkaufte Öle, wurde von der Zeitschrift «Öko-Test» untersucht.

Insgesamt wurden 50 Speiseöle getestet, darunter 30 Bio-Produkte. Die Auswahl umfasste je zehn Walnusskernöle, Erdnussöle, Kürbiskernöle, Hanföle und Sesamöle. Die Testergebnisse, die in der Ausgabe 7/2025 veröffentlicht wurden, waren ernüchternd: Nur 10 der getesteten Öle waren frei von Verunreinigungen, während 31 Produkte durchfielen.

Positiv ist, dass es in fast jeder getesteten Kategorie mindestens ein Öl mit dem Urteil «sehr gut» gibt, mit Ausnahme von Hanföl. Dieses Urteil bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Abwesenheit von Mineralölverunreinigungen und sagt nichts über die Qualität oder den Geschmack der Öle aus.

Das sind die zehn Testsieger mit Urteil «sehr gut»:

  • Walnussöl von Biokontor (4,76 Euro/100 ml)
  • Ölmühle Solling Walnussöl nativ (5,56 Euro/100 ml)
  • Rewe Bio Sesamöl nativ Naturland (1,20 Euro/100 ml)
  • Bio Kürbiskernöl von Allgäuer Ölmühle (4 Euro/100 ml)
  • 100 % Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. von Ölmühle Birnstingl (2,60 Euro/100 ml)
  • Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. geröstet von Byodo (5,20 Euro/100ml)
  • Château de l'huile Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. von Reichhold Feinkost (5,20 Euro/100 ml)
  • Genussmomente Steirisches Kürbiskernöl g.g.A von Edeka (1,88 Euro/100 ml)
  • Ölmühle Esterer Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. von Thomas Niederreuther (2,80 Euro/100 ml)
  • Erdnussöl nativ von Ölmühle Solling (3,16 Euro/100 ml)

Die Ergebnisse zeigen, dass Kürbiskernöle im Durchschnitt am wenigsten mit Mineralölbestandteilen belastet sind, während Erdnussöle die meisten Verunreinigungen aufwiesen.

Fehlende Grenzwerte: «Öko-Test» strenger als Gesetzgeber

«Öko-Test» kritisiert, dass seit zehn Jahren auf das Mineralölproblem hingewiesen wird, ohne dass gesetzliche Grenzwerte eingeführt wurden. Stattdessen gibt es nur von der Industrie selbst festgelegte Orientierungswerte, die keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Auswirkungen gesättigter Kohlenwasserstoffe im Körper sind noch nicht ausreichend erforscht. «Öko-Test» agiert strenger als der Gesetzgeber, um die Verbraucher präventiv zu schützen. Positiv ist, dass zumindest ein Anbieter die beanstandete Charge aus dem Verkauf genommen hat.